Zum Absturz der polnischen Präsidentenmaschine

April 13th, 2010

Auf die Trauer in Polen folgt die Ursachenforschung, NZZ, 12. April 2010

Nach Ansicht der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit deutet beim Absturz von Smolensk viel auf eine Beeinflussung des Piloten hin. Bis zur Auswertung der Blackbox könne man zwar nur über die Absturzursache spekulieren, sagt Jörg Handwerg, selbst ein erfahrener Flugkapitän. «Doch dass vier Anflüge versucht wurden, legt nahe, dass hier Druck auf die Piloten ausgeübt wurde.» Vier Landeanflüge seien «sehr ungewöhnlich».

Ohne hier spekulieren zu wollen:  Sollte sich herausstellen, dass hier eine machtverwöhnte Person die Risikobeurteilung eines Fachspezialisten ignoriert hat, so wäre das nicht das erste Mal in der Geschichte. Auch nach der Challenger-Katastrophe wurde vermutet, dass Ronald Reagan und das NASA-Management Sicherheitsbedenken der Ingenieure und Techniker bewusst ignorierten.

Die Crew von STS 51-L

Prominentes Mitglied der Untersuchungskommission war Richard P. Feynman (einer der bekanntesten und beliebtesten Physiker des 20. Jahrhunderts), der seinen Bericht über die geschönte Risikoeinschätzung mit folgenden Worten beendete:

For a successful technology, reality must take precedence over public relations, for nature cannot be fooled.

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Der alte Mann und die Tiefsee

March 21st, 2010

Die US-Armee wollte nicht, dass ich tauche, sie wollten zwei Amerikaner hinunterschicken. Sie haben sogar einen Anwalt nach Guam geschickt und mir gesagt: Monsieur Piccard, Ihre Rolle ist beendet, Sie haben das Bathyscaphe der amerikanischen Armee verkauft. Aber ich hatte einen Vertrag mit der amerikanischen Marine, der mir das Recht einräumte, bei jedem besonderen Tauchgang dabei zu sein. Sie schauten sich den Vertrag an und sagten, die Unterschrift stamme von jemandem, der schon gestorben sei. Ich fragte sie: Wer hat 1776 Ihre Unabhängigkeitserklärung unterschrieben? Da lenkten sie ein.

Ein faszinierendes Interview mit Jacques Piccard. Kein Mensch ist je tiefer getaucht als er. Er ist auch der Vater von Bertrand Piccard, der als erster die Welt in einem Ballon umrundete und dessen aktuelles Projekt Solar Impulse ist.

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Wasons Vier-Karten-Problem

February 19th, 2010

Diese Woche habe ich das Vier-Karten-Problem zwei Chemiestudentinnen vorgelegt, und die Lösung war anscheinend alles andere als offensichtlich. Nach vielem Nachdenken und ein paar Erklärungen erkannten sie jedoch die richtige Lösung. Das Rätsel möchte ich euch nicht vorenthalten: Ladies and Gentlemen, hier ist Wasons Vier-Karten-Problem.

Georg, hör auf zu gähnen.

NZZ Folio hat einen ganzen Artikel zu diesem und anderen Rätseln.

Eine der Studentinnen hat sich dann revanchiert und mir dieses Rätsel vorgelegt – “una tontería”, nannte sie es – und ich muss zugeben dass ich es auch nicht herausgefunden habe. Es geht darum, eine Regel zu erkennen um die nächste Zeile nach dem Muster der ersten drei zu schreiben:

121

111211

311221

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Ein bisserl theoretische Physik

December 10th, 2009

Mehr durch Zufall bin ich vor Monaten auf diese Website gestossen:
http://www.mpe.mpg.de/~bernhardt/studmat.html
Das Dokument “Prüfungsfragen zum Diplom/Master in Theoretischer Physik” ist ganz aussergewöhnlich gut gemacht. So gut, dass ich zum Lernen ab und zu hineinschaue, obwohl es eigentlich mehr eine Zusammenfassung ist. Kann sein, dass das auf meinen Charakter schliessen lässt.

Das Dokument könnte auf jeden Fall für meine lieben Mitphysiker nützlich sein, vorausgesetzt sie können Deutsch. Das ist auch der Hauptgrund wieso ich den Link publiziere.

Wer das Gefühl hat, nur Bahnhof zu verstehen, hier etwas Konkretes: Quantenmechanik hatte ich dieses Trimester, Statistische Mechanik und (klassische) Elektrodynamik im nächsten.

Quantenmechanik ist die Lehre davon, wie sich winzig kleine Teilchen (Atome, Moleküle, Elementarteilchen etc.) verhalten. Sie können durch Mauern hüpfen (Tunneleffekt). Wenn man genau wissen will, wo sie sind, verraten sie dafür nicht wie schnell sie sich bewegen (Heisenbergsche Unschärferelation). Und umgekehrt. Und gewisse Messwerte nehmen sie erst dann ein, wenn man sie misst, als könnten sie sich vorher nicht entscheiden (Schrödingers Katze ist wohl das berühmteste, allerdings irreführende Beispiel).

All dies hat Richard Feynman, einen der berühmtesten Physiker des 20. Jahrhunderts, veranlasst zu sagen:

“I think I can safely say that nobody understands quantum mechanics.”

Albert Einstein, zumindest anfänglich ein Kritiker der Quantentheorie, soll dazu gesagt haben (allerdings wird dem wegen seiner Berühmtheit alles (Un-)Mögliche angedichtet):

Marvelous, what ideas the young people have these days. But I don’t believe a word of it.

Wer’s von der Sprache (Englisch) und dem Inhalt her versteht, kann noch mehr amüsante Zitate zum Thema Quantenmechanik lesen.

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