Zum Absturz der polnischen Präsidentenmaschine
April 13th, 2010
Auf die Trauer in Polen folgt die Ursachenforschung, NZZ, 12. April 2010
Nach Ansicht der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit deutet beim Absturz von Smolensk viel auf eine Beeinflussung des Piloten hin. Bis zur Auswertung der Blackbox könne man zwar nur über die Absturzursache spekulieren, sagt Jörg Handwerg, selbst ein erfahrener Flugkapitän. «Doch dass vier Anflüge versucht wurden, legt nahe, dass hier Druck auf die Piloten ausgeübt wurde.» Vier Landeanflüge seien «sehr ungewöhnlich».
Ohne hier spekulieren zu wollen: Sollte sich herausstellen, dass hier eine machtverwöhnte Person die Risikobeurteilung eines Fachspezialisten ignoriert hat, so wäre das nicht das erste Mal in der Geschichte. Auch nach der Challenger-Katastrophe wurde vermutet, dass Ronald Reagan und das NASA-Management Sicherheitsbedenken der Ingenieure und Techniker bewusst ignorierten.
Prominentes Mitglied der Untersuchungskommission war Richard P. Feynman (einer der bekanntesten und beliebtesten Physiker des 20. Jahrhunderts), der seinen Bericht über die geschönte Risikoeinschätzung mit folgenden Worten beendete:
Leave a commentFor a successful technology, reality must take precedence over public relations, for nature cannot be fooled.
Die Hauptstadt der Schweiz
April 6th, 2010
Die ETH Zürich ist in Zürich weil nicht Zürich sondern Bern die Hauptstadt der Schweiz ist. Dasselbe gilt für das Bundesversicherungsgericht in Luzern.
Bern ist bekanntlich seit 1848 die Hauptstadt (präziser: Bundesstadt) der Schweiz, allerdings nur de facto, und nicht etwa de jure. Mit anderen Worten: In der Bundesverfassung wird keine Hauptstadt erwähnt. Noch besser: Sucht man in der Bundesverfassung nach “bern”, so findet man vor allem Bestimmungen dazu, welche Aufgaben vom Bund oder Kantonen zu übernehmen seien.
Diese Tatsachen gilt es im Hinterkopf zu behalten für den Fall, dass euch jemand fragt, welches denn die Hauptstadt der Schweiz sei. Als ob der Sonderfall Schweiz nicht schon so genug schwierig zu erklären wäre.
Zurück zum Thema, denn immerhin sieht die Gesetzgebung eine Rolle für die Stadt Bern vor: Das Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz legt in Art. 58 fest, dass Bern Amtssitz des Bundesrates, der Departemente und der Bundeskanzlei ist. Art. 32 des Parlamentsgesetzes hingegen besagt, dass die Bundesversammlung sich in Bern versammelt.
Und was hat schlussendlich die ETH Zürich damit zu tun?
Die Wahl der Bundesstadt fiel am 28. November 1848 bereits im ersten Wahlgang auf Bern. Die Verliererstädte Zürich und Luzern erhielten als Ausgleich… siehe oben. Es fragt sich, was das vor der Wahl noch in Betracht gezogene Zofingen als Ausgleich erhalten hätte, wäre es denn in die Endauswahl gekommen. Vielleicht einen Vita-Parcours?
Mehr zum Thema Bundesstadt im den Uffizio-Lesern schon bekannten Historischen Lexikon der Schweiz.
Leave a commentÜber die Boni im Finanzsektor
March 3rd, 2010
Lebenszufriedenheit ist etwas Längerfristiges, NZZ, 03. März 2010
Ein Ökonomieprofessor in einem Interview:
Leave a commentDer Finanzsektor ist ein sehr geschlossener Sektor. Die Leute, die dort arbeiten, verkehren vermutlich hauptsächlich unter sich und haben den Kontakt zur realen Wirtschaft verloren, was ich sehr problematisch finde. Der Finanzsektor sollte ausschliesslich dazu da sein, die reale Wirtschaft – die Produktion von Autos, Häusern etc. – anzuregen und kein Selbstzweck sein. Die Leute im Finanzsektor glauben offenbar, dass sie besonders wichtig sind, aber das sind sie nicht. Die Explosion der Boni und Einkommen im Finanzsektor ist tatsächlich sehr störend.
Basler Fasnacht
February 25th, 2010
“Reduit, ruggwärts, marsch!”, NZZ vom 24. Februar 2010
Leave a commentDer alt Gadaffi in sym Zält
versegglet fröölig d Schwyz und d Wält .
Obb Muhammar, obb Hannibal,
s hett jeede uff sy Aart e Gnall.
Für d Bäärner Manndli – biider grau –
isch dä Wieschtefuggs vyyl z schlau.
