Auftragskiller inserieren nicht

February 9th, 2010

Die FAZ hat einen lesenswerten Artikel über Kommunikation unter Kriminellen.

Zitat:

Was also kann ein Verbrecher tun, um anderen Verbrechern glaubwürdig zu erscheinen? Er kann signalisieren, dass sein Vertrauensbruch ganz unwahrscheinlich ist. Aus südafrikanischen Gefängnissen ist die Praxis der Gesichtstätowierung bekannt: Verbrecher zeichnen sich selbst und zeigen anderen dadurch, dass sie auf die Welt des Verbrechens angewiesen sind, weil sie als Gezeichnete eine andere Karriere gar nicht machen können.
[...]
Ein genauso gutes Signal, meint Gambetta, ist Dummheit. Wer glaubhaft unfähig ist, andere als die verbrecherischen Tätigkeiten auszuüben, zeigt seine Verlässlichkeit. Gambetta ist auf diesen Gedanken beim Studium des italienischen Universitätssystems gekommen [...]

Es ist mir ein Rätsel, wie man beim Studium des italienischen Universitätssystems auf die Idee kommt, dass unter Gaunern Dummheit als Signal für Verlässlichkeit gesehen wird. Wie ist es demnach zu interpretieren, wenn sich ein italienischer Professor erkundigt, ob ich nicht Interesse an einem Doktorat in seinem Labor hätte?

Ich werde mir Mühe geben in Zukunft weniger verlässlich zu sein.

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Verklemmt, aber glücklich

January 27th, 2010

Ob “Di dove sei?” oder “Where are you from?” – die Frage ist doch eigentlich einfach zu beantworten. Wenn Nicht-Italiener nicht wissen, was “Svizzera” bedeutet, füge ich einfach noch “Switzerland” oder – für die im Englisch häufig nicht so bewanderten Spanier – “Suiza” an.

Der weitere Verlauf des Gesprächs wird dann gewöhnlich komplizierter. Welche Sprachen ich spreche ist im Spezialfall Schweiz mit Angabe der Nationalität noch nicht geklärt (häufiger Kommentar: “You are so lucky!”), und welche davon meine Muttersprache ist (hier gehen dann manchmal ein paar Sympathiepunkte verloren), sieht man mir nicht an. In der Schweiz gibt es 4 Nationalsprachen. Nein, Englisch gehört nicht dazu, Italienisch schon, und nein, von Rumantsch habe ich keine Ahnung. In der EU sind wir nicht (Kommentar kürzlich: “Wozu auch, wenn es euch ohne so gut geht?“).

Während sich das Gespräch – mindestens bis hier – weitgehend um Fakten gedreht hat, spielen sich auf einer anderen Ebene komplexe Vorgänge ab. Welche Vorstellungen erweckt die Kenntnis meiner Nationalität in der anderen Person? Wenn die Banken oder Reichtum erwähnt werden: War da eben ein bisschen Neid oder Bewunderung zu spüren, oder gelten wir jetzt wegen dem nicht immer ruhmreichen Verhalten der Banken als geldgierig? Als gestern ein Italiener eine derartige Anspielung machte, erklärte ich ihm (relativ emotionslos, wie mir scheint), dass Banken Privatunternehmen seien und deren Handlungen längst nicht immer von der Mehrheit goutiert würden. Dann habe ich angefügt, dass Italien für die Mafia bekannt sei, obwohl nicht alle Italiener Mafiosi seien. Der Vergleich hinkt personenminenopfermässig, ich weiss. Auf jeden Fall hat er sich dann wortreich entschuldigt.

Es ist wohl kaum erstaunlich, dass die Frage, was die Schweiz im Ausland für ein Image hat, mich beschäftigt. Mit einigem Interesse habe ich deshalb einen Artikel über die glücklichsten Länder der Welt im NZZ Folio gelesen (und das erwähnte Buch bestellt).

Hört, hört. Wir sind verklemmt, aber glücklich.

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Censorship in Italy

December 16th, 2009

Someone from the lab this afternoon remarked that you cannot find pictures of Berlusconi right after the attack in Milan using Google Images. I immediately went to check this, searching for “berlusconi attack“, “berlusconi blood” and “berlusconi milano attack“. I found no such picture. My colleagues were soon discussing censorship. According to Freedom House, Italy is one of the two countries in western Europe (the other one being Turkey) which with respect to press freedom is classified only “partly free”.

Yahoo image search, however, yields a couple of pictures, so I’m not sure if or how the Italian government could pressure Google into removing said pictures from its search results when they didn’t do the same with Yahoo.

The fact that the pictures don’t appear on Google is certainly very strange.

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Mani Matter – hie ir schwyz

December 7th, 2009

hie ir schwyz da hei d’politiker
fasch geng e gsunde schlaf
s’isch der lohn vom guete gwüsse
si sy würklech alli brav
denn si glouben a d’regierig
wo alles weis und alles cha
und drum säge si zu allem
was da chunnt geng nume ja

doch vereinzelt
wett fasch säge schwarzi schaf
wo uf alls e grossi wuet hei
die si gar nid öppe brav
gloube gar nüt der regierig
wo nüt so macht wi si’s wei
und drum säge si zu allem
was da chunnt geng nume nei

und will die so destruktiv sy
sy die andre dopplet brav
und wil die so dopplet brav sy
disi ersch rächt schwarzi schaf
s’macht der aschyn, dass mir nume
die zwo müglechkeite hei
dass men immer nume ja seit
oder immer nume nei

wivil schöner wär’s, die vile
hätte nid so gsunde schlaf
und sie wären e chly kritisch
(glychs gilt für die schwarze schaf)
nume däwäg isch es müglech
dass mir mal dä zuestand hei
wo me je nach däm was chunnt ou
mängisch ja seit, mängisch nei

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