Traumdestination Schweiz
July 14th, 2010
Aufbruch in die Fremde will gut vorbereitet sein, swissinfo.ch, 16.03.2010
2 Comments“Mein Lieblingsland ist und bleibt die Schweiz – über alles gesehen herrschen hier fast in allen Bereichen immer noch paradiesische Zustände”, sagt der Autor. Das Leben hier sei einfach, unkompliziert, strukturiert und organisiert.
“Es klappt alles, das politische System ist stabil, die Lebensqualität überdurchschnittlich, das Lohnniveau ist hoch und es gibt ein gutes soziales Auffangnetz.” Was wolle man mehr?
Schwyzerdütsch
July 9th, 2010
Vor ein paar Tagen hatte ich das Vergnügen, von einer jungen persisch-deutschen Doppelbürgerin ein Kompliment bezüglich meiner Deutschkenntnisse zu erhalten. Dies nachdem ich ihr versichern musste, dass die Sprache, die ich mit ihr spreche, Hochdeutsch und nicht etwa Schweizerdeutsch ist. Nach einem klärenden Beispielsatz auf Schweizerdeutsch nahm ich mir die Freiheit, ihre sich ausweitenden Pupillen, die beschleunigte Atmung und die einsetzende Rötung der Wangen als Bewunderung für die Finesse und Eleganz der schweizerdeutschen Dialekte zu interpretieren. Trotzdem schien sie die Thematik nicht so ganz durchschaut zu haben und wiederholte das Kompliment im Verlauf des Abends mehrmals. Ich amüsierte mich köstlich: Wie häufig erhält man schon Komplimente für die Beherrschung seiner Muttersprache?
Was Sprachen und Dialekte anbelangt hat es mir in diesem Austauschjahr sowieso den Ärmel hineingenommen. Deshalb habe ich den kürzlich in der NZZ erschienen Artikel Grüzi wohl! mit dem entlarvenden Untertitel “Warum Deutsche am Schweizerdeutsch scheitern” mit grossem Interesse und nicht minder grossem Vergnügen gelesen.
Ein bisschen an den Karren gefahren fühlte ich mich aber schon, als ich lesen musste, dass für die Deutschen laut einer Studie eines der grössten Hindernisse beim Lernen des Dialekts die Schweizerinnen und Schweizer selbst seien:
«Sie helfen Deutschen kaum in ihrem Bemühen, zum Schweizerdeutschen zu wechseln, reagieren negativ darauf, empfinden es als <Sich-Eindrängen> ins Schweizerische und empfehlen ihnen, besser beim Hochdeutschen zu bleiben», lautet das Fazit.
Kann man es dem Schweizervolk denn verübeln, wenn es das Radebrechen der nördlichen Nachbarn als fruchtlos erachtet, weil es seinerseits erleben muss, wie sein grösstenteils korrektes, wenn auch nicht immer akzent- und helvetismenfreies Hochdeutsch als Schweizerdeutsch abgetan wird? Ist in solchen Fällen nicht die einzig richtige Reaktion, denen mit einem zünftigen Satz auf Schweizerdeutsch zu zeigen, wo Bartli den Most holt?
Übrigens: Dass sich jemand in einem Kommentar mit den Worten
Je nachdem, man sagt nicht einfach Grüzi man sagt meistens Grüezi !
am Titel stört und der NZZ vorwerfen will, am [sic] Schweizerdeutsch Mühe zu haben, amüsiert mich ganz ungemein. Gewisse Leute scheinen vom Titel direkt zu den Kommentaren zu gumpen.
Aber abgesehen davon, dass unser Schweizerdeutsch trotz seiner Unzähmbarkeit einfach hyggelig ist, hat es noch andere, von den meisten Eidgenossen wohl unterschätzte Vorteile. So beschreibt ein Artikel zur Libyenkrise im ‘Le Matin’, dass unsere Diplomaten in Tripolis in der Sorge, abgehört zu werden, für die Kommunikation mit dem Heimatland Schweizerdeutsch verwendeten. Dass zu der kuriosen Verschlüsselungsmethode dann auch noch gehören soll, Namen durch Ausdrücke wie ‘Obertrottel’ und ‘Graubärtli’ zu ersetzen, scheint mir zwar nicht sehr diplomatisch zu sein, aber weil ich es nur in dieser – eben welschen – Zeitung vernommen habe, mag ich jetzt da nicht grübeln.
Der Zufall will es, dass ich diese Zeilen schreibe, nachdem Bundesrat Moritz Leuenberger seinen Rücktritt auf Ende Jahr bekannt gegeben hat. Beim Verfolgen der anschliessenden Medienkonferenz nehme ich natürlich mit Genugtuung zur Kenntnis, dass es in der Schweiz völlig normal ist, dass ein Journalist wahlweise auf deutsch oder französisch Fragen stellt, während der Magistrat in seiner Muttersprache antwortet. Wenn die Beiden sich nicht verstehen, liegt es eher daran, dass ersterer ihm vermutete Geheimnisse und Intrigen zu entlocken versucht, die letzterer entweder nicht hat oder nicht preisgeben will.
Weil ich dann noch ein bisschen auf der Webseite der Bundeskanzlei herumklicke, stosse ich im Bereich ‘Überdepartementale Gremien’ auf die Arbeitsgruppe Übersetzungswesen (GIST) und darf ausgerechnet dort zur Kenntnis nehmen:
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The Xenophobe’s Guide to the Swiss
May 12th, 2010
Mountain mentality
Swiss farmers are tough, independent, hard-working, resilient, well-prepared for every kind of natural disaster, and above all staunchly conservative. These characteristics have been passed on to Swiss town-dwellers, who go about their day as if they too were farming a lonely mountain cliff.
We can do better
The Swiss stubbornly refuse to believe they are doing well and will even dispute the figures that prove it. So, like the poor donkey chasing the carrot, they pull their collective cart along ever faster, chasing the goal they passed years ago.
Peak performers
The perceptions of the Swiss being dull, staid, and boring while at the same time displaying a talent for ruthless efficiency and a limitless capacity for hard work are uncomfortably close to the truth. Likewise the clichéd impressions of high mountains, watches, cheese, chocolate bars, and gold bars are genuine.
Degrees of unease
The diversity of the Swiss is apparent in the degree to which they worry. The German-speakers do little else. The French-speaking Swiss are great visionaries and philosophers with noble thoughts and global dreams. They worry that their Swiss-German compatriots do not share these dreams. The Italian-speaking Swiss are less interested in the solid values of work and have a terrible tendency not to worry nearly enough.
I’ve read The Xenophobe’s Guide to the Swiss and I’ve found it very amusing. Of course it contains some statements that are imprecise or even wrong, but I’m not going to be too Swiss about it...
I’ve also read The Xenophobe’s Guide to the Italians but for some reason found it less funny.
To really appreciate books of this genre about a country I guess you would need experience living in as well as outside of it for at least a couple of months.
Leave a commentDie Hauptstadt der Schweiz
April 6th, 2010
Die ETH Zürich ist in Zürich weil nicht Zürich sondern Bern die Hauptstadt der Schweiz ist. Dasselbe gilt für das Bundesversicherungsgericht in Luzern.
Bern ist bekanntlich seit 1848 die Hauptstadt (präziser: Bundesstadt) der Schweiz, allerdings nur de facto, und nicht etwa de jure. Mit anderen Worten: In der Bundesverfassung wird keine Hauptstadt erwähnt. Noch besser: Sucht man in der Bundesverfassung nach “bern”, so findet man vor allem Bestimmungen dazu, welche Aufgaben vom Bund oder Kantonen zu übernehmen seien.
Diese Tatsachen gilt es im Hinterkopf zu behalten für den Fall, dass euch jemand fragt, welches denn die Hauptstadt der Schweiz sei. Als ob der Sonderfall Schweiz nicht schon so genug schwierig zu erklären wäre.
Zurück zum Thema, denn immerhin sieht die Gesetzgebung eine Rolle für die Stadt Bern vor: Das Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz legt in Art. 58 fest, dass Bern Amtssitz des Bundesrates, der Departemente und der Bundeskanzlei ist. Art. 32 des Parlamentsgesetzes hingegen besagt, dass die Bundesversammlung sich in Bern versammelt.
Und was hat schlussendlich die ETH Zürich damit zu tun?
Die Wahl der Bundesstadt fiel am 28. November 1848 bereits im ersten Wahlgang auf Bern. Die Verliererstädte Zürich und Luzern erhielten als Ausgleich… siehe oben. Es fragt sich, was das vor der Wahl noch in Betracht gezogene Zofingen als Ausgleich erhalten hätte, wäre es denn in die Endauswahl gekommen. Vielleicht einen Vita-Parcours?
Mehr zum Thema Bundesstadt im den Uffizio-Lesern schon bekannten Historischen Lexikon der Schweiz.
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